Back to Basics beim Brandungsangeln

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Brandungsangeln in Deutschland ist einfach: Man schnappt sich sein Gerät, vorzugsweise zwei dreiteilige Ruten, je 4,20 lang, Wurfgewicht 100-250 Gramm, daran zwei Stationärrollen mit 14er Geflecht oder 35er Mono, die althergebrachten Vorfächer, Bleie von 175 bis 200 Gramm, ein paar Watt- oder Seeringelwürmer, und los an den althergebrachten Strand, wo laut Aussage des Gerätehändlers letzte Woche auch gefangen wurde.
Und dann wundert man sich, wenn man nur drei Plattfische und zwei untermaßige Dorsche fängt…

(Okay, das ist jetzt ein verallgemeinerndes Beispiel, aber ein durchaus repräsentatives!)

Dabei gibt es ein paar alte Weisheiten, die durchaus auch heute noch ihre Daseinsberechtigung haben – gehört hat sie jeder, aber auch schon mal drüber nachgedacht?

Große Köder – große Fische

Schon unsere Großväter wussten das, und wenn man darüber nachdenkt kann man sich auch gerne mal fragen, warum man so viele unter- oder knapp maßige Fische fängt; klar, ein Dörschchen nimmt gerne mal den einzelnen Wattwurm am 2er Haken, aber es gibt sie, die 70er und noch größeren Dorsche, auch in Brandungsreichweite! Und ob die wohl nur von so kleinen Häppchen so groß geworden sind? Eher nicht; warum also nicht mal einen größeren oder auch anderen Köder am 3/0er Haken anbieten? Und wenn wir selbst essen gehen, dann doch auch nicht immer nur zum Deutschen um die Ecke; warum also dem Dorsch nicht auch mal einen schönen Happen wohlriechenden Köders anbieten? Die Auswahl ist da groß: Tobiasfische, Makrelen- oder Heringsfilets, Tintenfische… (gibt es alles tiefgefroren zu kaufen!) Und ja, vielleicht fängt man damit zwar potentiell größere, aber halt weniger Fische; aber ich habe doch zwei Ruten! Eine mit großem Köder für große Fische, einen mit kleineren für ein paar mehr kleinere!

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So leicht wie möglich, so schwer wie nötig

Mal ehrlich, macht es Spaß, selbst bei Ententeich 175 Gramm und mehr gegen den Horizont zu schleudern? Macht ein 300 Gramm schwerer Butt Spaß an der Rute, wenn schon das Blei 200 wiegt?
Was spricht denn gegen leichte Ruten, vielleicht auch mal Karpfenruten, und nur 80 Gramm, wenn das Wetter und die Strömung erlauben? Damit kann man beinahe ebenso weit werfen wie mit einer Brandungsrute, und es ist einfach entspannter und macht auch mehr Spaß, wenn dann doch mal ein Fisch beißt!

Nur der Köder im Wasser kann Fische fangen

Das sollte sich selbst erklären, oder? Aber wie oft sagt man “ach, heute bringt das nichts” – weiß der Fisch das auch? Klar, wenn man wirklich keine Lust hat macht angeln meist auch keinen Spaß, aber falls doch – raus an die frische Luft! Wenn man es nicht zu weit zum Wasser hat auch mal nur mit einer Rute, 25 Würmern und einer Dose Bier – und man wird erstaunt sein, wie fängig gerade das Angeln mit einer Rute sein kann!

Und, vielleicht keine alte Weisheit, aber möglicherweise ein guter Rat:

Neue Wege können neue Erfahrungen bringen

Klar ist es einfach, zum zehnten Mal an den althergebrachten Strand zu fahren, wo ja erst letzte Woche ein Bekannter des Arbeitskollegen eines Freundes Fische gefangen hat, und ein paar Mitstreiter entlang des Strandes sind auch nett, aber neue Erfahrungen können durchaus lehrreich sein; warum also nicht mal Google maps oder den Atlas bemühen und Strände aufsuchen, die nicht so bekannt sind, aber vielversprechend erscheinen? Heute sind diesbezüglich die Möglichkeiten deutlich besser als noch vor wenigen Jahren, und man kann durchaus Rückschläge erleben… oder auch mal Sternstunden, die man schon fast nicht mehr erhofft hatte!

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Und last not least:

Es ist ein Hobby – genießt es!

Das ist nun wirklich keine Weisheit, aber eine wichtige Feststellung! Wenn einem ein Hobby Spaß machen soll, auch dann muss man einfach mal machen, was einem Spaß macht, auch wenn es vielleicht nicht so populär ist.
Viele fragen mich, was denn der Vorteil meiner Multis am Strand ist. Werfe ich damit weiter? Am Strand eher kaum. Habe ich weniger Abrisse? Auch nicht. Was ist dann der Vorteil? Nun, mir macht es einfach Spaß, ich muss mich ein wenig damit einfuchsen, was mir auch Spaß macht, und ich kann an Winterabenden am Kamin ein wenig damit herumspielen, vielleicht Tuningteile verbauen, die Rollen ein wenig tunen, auf mich einstellen… und auch das macht mir Spaß, und wenn es dann am Strand funktioniert habe ich noch mehr Spaß!
Ich fragte Andere, warum sie mit Futterkörbchen oder Feederruten angeln – das ist genau das Gleiche, es macht Spaß, ein wenig auszuprobieren, herumzutüddeln, vielleicht sogar mit Neuem Erfolg zu haben, aber da muss jeder für sich entscheiden, Hauptsache, er hat Freude an seinem Hobby, dem Angeln!

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Aufregende Neuerung bei Daiwa steht an

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Die alte Daiwa Amorphous Whisker Tournament (AWT) ist wie auch die Angelversion, die AWB, legendär; mittlerweile ist sie aber vor allem eins: alt; Anfang der 1990er Jahre auf den Markt gekommen ist sie zwar immer noch eine tolle Rute, aber von modernen Materialien überholt. Leider hat es Daiwa mit nachfolgenden Modellen nie geschafft, dem Original auch nur nahe zu kommen, aber das scheint sich jetzt zu ändern.

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Neu für 2017 kommt die neue Daiwa Tournament-Serie mit sechs Modellen, und die ‘Vorhersage’ ist beeindruckend – ähnlich der AWT, aber mit modernsten japanischen Materialien wie HDF-Kohlefasern (High Density Fibre), trotzdem soll die herausragende Aktion des Originals erhalten geblieben sein.
In der Serie finden sich vier zweiteilige Multirollenmodelle in den Längen 12’6”, 13’6” und 14’2” sowie eine zweiteilige Wolfsbarschrute in 11’6” und zwei dreiteilige Stationärrollenmodelle in 14′ und 16′ – vielversprechend!

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Ich liebe meine alten AWTs ( in 12 Fuß) von Herzen, aber sobald die neuen Modelle da sind werde ich ganz sicher mal einen genauen Blick werfen… ein genauer Bericht folgt also Anfang 2017!

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