FIPS/M-Weltmeisterschaft 2017 in Calais, Frankreich

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Das qualitative Highlight des Werfens ist ungebrochen die Weltmeisterschaft der FIPS/M, die in diesem Jahr vom 16. bis 23. September im französischen Calais stattfand.

Angereist waren wieder Teams aus Europa und Südamerika, und insbesondere die Argentinier, aber auch die Italiener dominieren den Sport seit einigen Jahren und lassen alle anderen weit hinter sich; nur einige Einzelwerfer anderer Nationen können sich mal auf die oberen Plätze mogeln. So auch in diesem Jahr; mit Weiten bis jenseits 270 Meter dominierte Salvador Bustos aus Argentinien siegte in jeder Gewichtsklasse und zeigte deutlich seine Dominanz.

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Die Weltmeisterschaft hatte sicherlich einige Schwachpunkte; einen Tag musste ausgesetzt werden, weil bei der vorherrschenden Windrichtung das Feld zu klein war.
Dennoch trifft sich bei der FIPS/M-WM mehrheitlich die Weltelite; wenn die FIPS etwas cleverer wäre würde sie das deutlich ausbauen, aber dem steht wohl die Bürokratie im Weg.

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Stoppelcup 2017

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Der Stoppelcup ist mittlerweile eine Institution; die Idee ist, im Sommer nach der Ernste auf abgeernteten Feldern zu werfen und dabei sowohl das Wetter zu genießen wie auch die günstigen Bedingungen von warmem Boden und warmen Winden zu nutzen.
Der diesjährige Stoppelcup fand am 13.08.2017 statt, wiederum in Ostermade, und sollte eine kleine interne Veranstaltung werden; während wir üblicherweise samstags werfen und abends dann zusammen feiern, haben wir uns aufgrund der Wetteraussichten entschieden, diesmal samstags abends einen kleinen Umtrunk einzulegen und sonntags zu werfen. Vom Wetter her war das eine genau richtige Entscheidung, allerdings waren einige noch von Samstag angeschlagen, und nicht nur einer brauchte nach dem gemeinsamen Frühstück erstmal ein Konterbier.

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Dennoch konnten sich die Weiten sehen lassen, Kristian schaffte sogar eine neue Bestweite und weihte obendrein seine neue Zziplex gut ein.

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Leider waren wir nur sieben Werfer, da einige wegen anderer Verpflichtungen und Termine absagen mussten, aber so schafften wir deutlich mehr Würfe und hatten trotzdem sehr viel Spaß.

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Länderkampf D – Dk 2017

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Der Länderkampf 2017 ging mittlerweile in die 17. Runde und fand in diesem Jahr in Heiligenhafen statt. Das neue Hotel Bretterbude war eine wirklich feine Unterkunft, das Werfen selbst sollte in Flügge auf Fehmarn stattfinden. Die Wiese dort (auf der in der Vergangenheit auch z.B. das Jimi-Hendrix-Revival-Festival stattgefunden hatte) war schön und freundlicherweise frisch gemäht, nur spielte der Wind nicht mit, der hatte nämlich gar keine Lust, ab und zu briste er ein ganz klein wenig auf, aber aus unvorhersehbaren Richtungen, mal leicht von hinten, mal von der Seite, auch mal von vorne; aber es ist ja für alle gleich.

Am Samstag, 6. Mai, wurden 125 und 150 Gramm geworfen, dazu ein drittes Gewicht nach Wahl; hieraus wurden Einzel- und nationale Teamwertung ermittelt.
Nach dem Werfen machten wir noch eine kleine Verlosung auf dem Feld; wir hatten einige nette Preise sowohl aus dem Bereich werfen oder angeln wie auch lokale Köstlichkeiten, und es machte sowohl Spaß wie auch brachte es einen kleinen Erlös, so dass wir die Veranstaltung ein paar Euro günstiger machen konnten.
Abends dann ging es in Heiligenhafen zum Griechen; eine tolle Party mit viel und gutem Essen und ein oder zwei Getränken (die Chefin, Joanna, stellte irgendwann den Ouzo einfach auf den Tisch und überließ uns die Selbstbewirtung), und die Gespräche gingen bis teilweise in die frühen Morgenstunden, aber die viele kennen sich schon seit Jahren und sehen sich nur selten, da muss man halt auch mal ein wenig networken; auch darum geht es ja beim Länderkampf.

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Am Sonntag dann wurde erst einmal ein Zielwurf gemacht; mit dem normalen Wurfgerät auf ein 100 Meter entfernt stehendes Ziel, nur ein Wurf, und wer am dichtesten dran war wurde Sieger – und es ist unglaublich schwer, einen Punkt 100 Meter entfernt zu treffen. Viele bekamen die Richtung ganz gut hin, aber dann die Länge – da war von 50 bis locker 130 Meter alles dabei, aber der feedererfahrene Flo Hinz kam am dichtesten und gewann den Sonderpreis.
Danach warfen wir dann in gemischten Teams, bunt zusammengewürfelt mit jeweils einem Werfer aus jedem Vortagesteam, die Wertung war dann einfach: Die addierten Weiten der vier Werfer vom Vortag gaben eine Weite X, darauf basierend wurden am Sonntag die addierten Weiten verglichen und so eine Differenz ermittelt. So bekam beinahe jeder Werfer einen Preis.

Kurz: Es war wieder eine tolle Veranstaltung, nicht mit herausragenden Weiten, aber mit einer tollen Kameradschaft, und so lud der dänische Chef Arne Jörgensen auch wieder ein zum dann 18. Länderkamp Anfang Mai in Give in Dänemark.

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Back to Basics beim Brandungsangeln

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Brandungsangeln in Deutschland ist einfach: Man schnappt sich sein Gerät, vorzugsweise zwei dreiteilige Ruten, je 4,20 lang, Wurfgewicht 100-250 Gramm, daran zwei Stationärrollen mit 14er Geflecht oder 35er Mono, die althergebrachten Vorfächer, Bleie von 175 bis 200 Gramm, ein paar Watt- oder Seeringelwürmer, und los an den althergebrachten Strand, wo laut Aussage des Gerätehändlers letzte Woche auch gefangen wurde.
Und dann wundert man sich, wenn man nur drei Plattfische und zwei untermaßige Dorsche fängt…

(Okay, das ist jetzt ein verallgemeinerndes Beispiel, aber ein durchaus repräsentatives!)

Dabei gibt es ein paar alte Weisheiten, die durchaus auch heute noch ihre Daseinsberechtigung haben – gehört hat sie jeder, aber auch schon mal drüber nachgedacht?

Große Köder – große Fische

Schon unsere Großväter wussten das, und wenn man darüber nachdenkt kann man sich auch gerne mal fragen, warum man so viele unter- oder knapp maßige Fische fängt; klar, ein Dörschchen nimmt gerne mal den einzelnen Wattwurm am 2er Haken, aber es gibt sie, die 70er und noch größeren Dorsche, auch in Brandungsreichweite! Und ob die wohl nur von so kleinen Häppchen so groß geworden sind? Eher nicht; warum also nicht mal einen größeren oder auch anderen Köder am 3/0er Haken anbieten? Und wenn wir selbst essen gehen, dann doch auch nicht immer nur zum Deutschen um die Ecke; warum also dem Dorsch nicht auch mal einen schönen Happen wohlriechenden Köders anbieten? Die Auswahl ist da groß: Tobiasfische, Makrelen- oder Heringsfilets, Tintenfische… (gibt es alles tiefgefroren zu kaufen!) Und ja, vielleicht fängt man damit zwar potentiell größere, aber halt weniger Fische; aber ich habe doch zwei Ruten! Eine mit großem Köder für große Fische, einen mit kleineren für ein paar mehr kleinere!

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So leicht wie möglich, so schwer wie nötig

Mal ehrlich, macht es Spaß, selbst bei Ententeich 175 Gramm und mehr gegen den Horizont zu schleudern? Macht ein 300 Gramm schwerer Butt Spaß an der Rute, wenn schon das Blei 200 wiegt?
Was spricht denn gegen leichte Ruten, vielleicht auch mal Karpfenruten, und nur 80 Gramm, wenn das Wetter und die Strömung erlauben? Damit kann man beinahe ebenso weit werfen wie mit einer Brandungsrute, und es ist einfach entspannter und macht auch mehr Spaß, wenn dann doch mal ein Fisch beißt!

Nur der Köder im Wasser kann Fische fangen

Das sollte sich selbst erklären, oder? Aber wie oft sagt man “ach, heute bringt das nichts” – weiß der Fisch das auch? Klar, wenn man wirklich keine Lust hat macht angeln meist auch keinen Spaß, aber falls doch – raus an die frische Luft! Wenn man es nicht zu weit zum Wasser hat auch mal nur mit einer Rute, 25 Würmern und einer Dose Bier – und man wird erstaunt sein, wie fängig gerade das Angeln mit einer Rute sein kann!

Und, vielleicht keine alte Weisheit, aber möglicherweise ein guter Rat:

Neue Wege können neue Erfahrungen bringen

Klar ist es einfach, zum zehnten Mal an den althergebrachten Strand zu fahren, wo ja erst letzte Woche ein Bekannter des Arbeitskollegen eines Freundes Fische gefangen hat, und ein paar Mitstreiter entlang des Strandes sind auch nett, aber neue Erfahrungen können durchaus lehrreich sein; warum also nicht mal Google maps oder den Atlas bemühen und Strände aufsuchen, die nicht so bekannt sind, aber vielversprechend erscheinen? Heute sind diesbezüglich die Möglichkeiten deutlich besser als noch vor wenigen Jahren, und man kann durchaus Rückschläge erleben… oder auch mal Sternstunden, die man schon fast nicht mehr erhofft hatte!

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Und last not least:

Es ist ein Hobby – genießt es!

Das ist nun wirklich keine Weisheit, aber eine wichtige Feststellung! Wenn einem ein Hobby Spaß machen soll, auch dann muss man einfach mal machen, was einem Spaß macht, auch wenn es vielleicht nicht so populär ist.
Viele fragen mich, was denn der Vorteil meiner Multis am Strand ist. Werfe ich damit weiter? Am Strand eher kaum. Habe ich weniger Abrisse? Auch nicht. Was ist dann der Vorteil? Nun, mir macht es einfach Spaß, ich muss mich ein wenig damit einfuchsen, was mir auch Spaß macht, und ich kann an Winterabenden am Kamin ein wenig damit herumspielen, vielleicht Tuningteile verbauen, die Rollen ein wenig tunen, auf mich einstellen… und auch das macht mir Spaß, und wenn es dann am Strand funktioniert habe ich noch mehr Spaß!
Ich fragte Andere, warum sie mit Futterkörbchen oder Feederruten angeln – das ist genau das Gleiche, es macht Spaß, ein wenig auszuprobieren, herumzutüddeln, vielleicht sogar mit Neuem Erfolg zu haben, aber da muss jeder für sich entscheiden, Hauptsache, er hat Freude an seinem Hobby, dem Angeln!

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Aufregende Neuerung bei Daiwa steht an

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Die alte Daiwa Amorphous Whisker Tournament (AWT) ist wie auch die Angelversion, die AWB, legendär; mittlerweile ist sie aber vor allem eins: alt; Anfang der 1990er Jahre auf den Markt gekommen ist sie zwar immer noch eine tolle Rute, aber von modernen Materialien überholt. Leider hat es Daiwa mit nachfolgenden Modellen nie geschafft, dem Original auch nur nahe zu kommen, aber das scheint sich jetzt zu ändern.

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Neu für 2017 kommt die neue Daiwa Tournament-Serie mit sechs Modellen, und die ‘Vorhersage’ ist beeindruckend – ähnlich der AWT, aber mit modernsten japanischen Materialien wie HDF-Kohlefasern (High Density Fibre), trotzdem soll die herausragende Aktion des Originals erhalten geblieben sein.
In der Serie finden sich vier zweiteilige Multirollenmodelle in den Längen 12’6”, 13’6” und 14’2” sowie eine zweiteilige Wolfsbarschrute in 11’6” und zwei dreiteilige Stationärrollenmodelle in 14′ und 16′ – vielversprechend!

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Ich liebe meine alten AWTs ( in 12 Fuß) von Herzen, aber sobald die neuen Modelle da sind werde ich ganz sicher mal einen genauen Blick werfen… ein genauer Bericht folgt also Anfang 2017!

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Grundlagen des Werfens, Teil 2: Der abschließende “Pull”

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Wie im ersten Teil dieser kleinen Serie gezeigt, ist ein Wurf dann am effektivsten, wenn man den ganzen Körper einsetzt – umso mehr Masse bekommt man hinter die Rute, umso mehr kann man die Rute aufladen.
Nun muss man allerdings aufpassen; wenn man den Wurf nicht bis zum Ende kontrolliert, verpufft die ganze Aufladung der Rute, man verschwendet viele viele wertvolle Meter.
Der feste Punkt bei einem Wurf ist, vergleichbar mit dem Heben bei einem Katapult, die obere Hand. Diese hat kaum mehr zu tun als die Rute in ihrer Bahn zu halten und somit das Blei sauber außen herum zu führen – klingt einfach, ist es nur bedingt, aber reine Übungssache. Hier ein wichtiger Tipp: Wenn man gleich zu Anfang zu schnell wird oder eine zu harte, steife Rute benutzt, wird es kaum möglich sein, den oberen (bei den meisten Werfern rechten) Arm steif zu halten, ein Abkürzen wird das Ergebnis sein und somit ein Wurf über die Schulter bzw. den Kopf – wiederum verliert man deutlich Meter! Und wer meint, ihm passiert so etwas nicht, möge sich mal körperlich gestandene und erfahrene Werfer anschauen, das passiert leider schneller, als man glaubt…

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Nehmen wir aber nun einmal an, wir haben es bis hierher geschafft und müssten theoretisch nur noch loslassen, damit das Blei zumindest in die richtige Richtung fliegt; aufbauend auf unserem ersten Teil der Serie sind wir nun also hier:

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Jetzt kommt der Punkt, an dem sich die Spreu vom Weizen trennt: Der Führungsarm ist immer noch gestreckt, die Rute aufgeladen, jetzt heißt es, die so aufgebaute Energie in der Rute auch zu nutzen!
Das gelingt nur, wenn man auch jetzt den oberen Arm möglichst steif lässt, besonders talentierte Werfer können sogar noch ein klein wenig schieben, aber viel wichtiger ist nun die untere Hand – bis zu diesem Punkt soll der untere Arm noch beinahe gestreckt sein, jetzt heißt es für die untere Hand REISSEN! Man zieht die Hand richtig auf die Brust, während die obere Hand der Fixpunkt an der Rute ist, das Loslassen des Bleis geschieht dann schon beinahe automatisch, und durch diesen Zug der unteren Hand entlädt man die Rute genau im richtigen Moment für weite, weitere, weiteste Würfe! Wer das sauber hinbekommt wird immer den entscheidenden Meter weiter werfen, und das können sogar ziemlich viele Meter sein! In Perfektion beherrscht das sicherlich Danny Moeskops:

Eines der besten Lehrvideos hierzu zeigt den früheren Weltmeister Neil Mackellow:

Ein wesentlicher Gedanke, um dies schneller bewerkstelligt zu bekommen:

Eine sehr harte, straffe Rute wird gegen den Werfer arbeiten; daher trainiert man besser mit einer etwas weicheren, aber auch im Turnier oder am Strand wird man mit einer etwas weicheren Rute, die man gut auflädt und mit der man den Schluß sauber hinbekommt, weiter werfen, als mit einer Brechstange, die man kaum kontrolliert bekommt.

Auch hier wiederum der Tipp, den Ablauf erstmal trocken zu üben; gerne beim Angeln, also ins Wasser, aber ohne Vorfach, während die zweite Rute schon mal Fische fängt. Besser noch natürlich mit einem erfahrenen Werfer an der Seite, der sofort sieht, wo noch etwas zu verbessern ist, bevor man Fehler einbrennt.

Gerade diese abschließende Bewegung ist essentiell für weiteste Würfe; dies gilt für alle Wurfstile, also nicht nur den Pendelwurf, sondern auch den Ablegewurf, Off-the-Ground, Brighton, South African oder auch den Überkopfwurf!

Und wer weit werfen kann, kann auch kurz werfen; wer das nicht kann ist beschränkt auf seine Wurfweite.

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