Länderkampf Dk-D 2019

Gruppe

Der Länderkampf Deutschland gegen Dänemark ist mittlerweile eine der großen Traditionen – am ersten Maiwochenende fand bereits die 19. Auflage statt, und mittlerweile ist es wirklich wie ein Familientreffen.

Aus verschiedenen Gründen traten nur wenige Deutsche an; ich selbst konnte aufgrund eines Krankheitsfalles in der Familie erst am Samstagnachmittag hinterher fahren, aber rechtzeitig zum gemeinsamen Abendessen in einem nahegelegenen Krug und zur anschließenden Party.
Schon am Samstag bei der Mannschaftswertung kamen keine großen Weiten zustande, die Bedingungen gaben es wohl nicht her, aber da die Bedingungen für alle gleich sind macht das nichts, zudem es nicht immer nur um Zahlen geht, und der Spaß war gewiss.

Lejr

Am Sonntag dann stand nach einem kräftigen Frühstück die Einzelwertung auf dem Programm; auch hier fielen keine großen Weiten, aber Spaß hatten alle, und wir hier könnten uns über eine Wiese wie die in der Nähe von Givskud wirklich glücklich schätzen – geschätzt 600×1000 Meter, schön platt, wirklich fein.

Henter

Die ersten Plätze wie auch die Mannschaftswertung gingen allesamt an die Dänen; erfreulich, da es einige wirklich engagierte Werfer gibt und sich die Mannschaften zusammensetzen aus zumeist recht älteren Anglern, die aus Freude und dem Willen, mittels Technik statt Kraft weiter zu werfen, zusammen kommen.

Guld-holdet Solv-Holdet Individuel-Jim

Hier die Resultate des Wettkampfs:

Hold konkurrence DK-D 2019

Individuel konkurrence DK-D 2019 – resultat

Nach der Siegerehrung bedankte ich mich im Namen des BSC und der deutschen Werfer bei den Gastgebern, allen voran bei Arne, der seit Anbeginn der Veranstaltung mit viel Engagement dabei ist und immer eine tolle Veranstaltung auf die Beine stellt, und lud die Dänen ein zum Jubiläumsländerkampf 2020 – dann werden die zwei vollen Jahrzehnte gebührend gefeiert, und es haben sich bereits namhafte Sponsoren gefunden, um nicht nur die Feier, sondern auch den Tisch mit den Preisen zu etwas Besonderem zu machen.

Werfen und werfen – der feine Unterschied

brand3

Es war einmal, und das ist noch gar nicht so lange her, da gab es im Meer Fische zuhauf; man konnte mit einer zwei Meter langen Rute und beliebiger Rolle und Schnur an den Strand gehen, ein einfaches beködertes Vorfach auswerfen, und man fing Fische. Irgendwann aber wurden die Fischbestände geringer, und man musste sich etwas überlegen, um weiter zu werfen und so doch noch Fische zu erreichen.

Da gab es zwei Möglichkeiten: Entweder man erlernte eine ordentliche Wurftechnik, oder man besorgte sich immer längere, leichtere, schnellere Ruten und dank technischen Fortschritts immer dünnere Schnüre, um so weiter werfen zu können. Die erste Möglichkeit erforderte freilich Geduld und Übung und Mitdenken; die zweite hauptsächlich einen pralleren Geldbeutel.

Der hauptsächlich beschrittene Weg war der zweite; neue Materialien und Entwicklungen ermöglichten moderneres Gerät, das auch in den Händen unerfahrener Werfer beeindruckende Weiten ermöglicht. Allerdings bedeutete es auch, dass insbesondere aufgrund der dünneren Schnüre die Abrissgefahr im Wurf (und auch beim Einkurbeln – ein Stein oder eine Muschelbank, und solch dünne Schnur ist durch) deutlich stieg. Insbesondere der Deutsche Meeresanglerverband als größter Meeres-Wettkampfverein reagierte und schränkte die Wurfmöglichkeiten aus Sicherheitsgründen ein und limitierte das Werfen in Veranstaltungen auf den Überkopfwurf; dies wurde von den meisten Veranstaltern und Anglern übernommen, so dass fast alle Angler auch heute noch eine Variante des Überkopfwurfes praktizieren.

brand1

Das ist generell kein Problem, und die erreichten Wurfweiten geben den Anglern offensichtlich recht; allerdings auf Kosten der Sicherheit, hauptsächlich nicht der Mitangler, sondern der Umwelt gegenüber, denn wie bereits erwähnt sind dünnere Schnüre nun einmal anfälliger für Abrisse, und die Schnüre sind über die Jahre wirklich dünn geworden, insbesondere, seit geflochtene Schnüre auf den Markt kamen. Nun allerdings haben diese eine sehr hohe Tragkraft, aber eine sehr geringe Abriebfestigkeit, geringer als monofile Schnüre, und man könnte unterstellen, dass hier geradezu mutwillig mit der Kreatur Fisch und der Umwelt umgegangen wird, denn jeder Abriss bedeutet Kunststoff, Blei und sogar beköderte Haken im Meer.

Leider ist die andere Möglichkeit, auf echte Weite zu kommen, hierzulande nicht allzu verbreitet; hauptsächlich geschuldet dem blinden Folgen der Wettkampfangler, sieht doch der ‘normale’ (Hobby-) Brandungsangler keinen Unterschied zwischen Wettkampfangeln und alltäglichem; dabei liegt es schon in der Natur der Sache, dass ernsthafte Wettkampfangler deutlich risikobereiter angeln als Freizeitangler und nicht in jeder Hinsicht als Vorbild dienen sollten.

Das Erlernen eines fundierten Wurfstiles ist eine gute Möglichkeit, mit deutlich robusterem Gerät auf gleiche Weite zu kommen wie mit hochgezüchtetem Wettkampfgerät und nur Kraft; erstaunlich, dass nur wenige Hobbyangler schon aus reinem Spaß an der Sache ordentliche Wurfstile erlernen, ist es doch ein schönes Gefühl, mit gleichem Gerät, aber ordentlicher Technik weiter zu werfen, und die Vorteile liegen auf der Hand: Man kann robusteres Gerät nutzen (insbesondere Schnüre) und somit die Natur und die Fische weniger schädigen, man braucht nicht jedem Gerätetrend zu folgen, und ganz nebenbei fällt das Angeln und Werfen leichter, wenn man Technik statt Kraft nutzt.

brand2

Auch auf der Turnierwiese zeigt sich der Mangel an Technik deutlich: Deutschland ist weit abgehängt von anderen Nationen, obwohl wir wirklich viele viele Brandungsangler haben, auch sehr gute und erfolgreiche Veranstaltungsangler. Dies aber nur am Rande.

Dennoch möchten wir von Surfcasting.de hiermit eine deutliche Trennung propagieren; natürlich sind weit werfende Brandungsangler (im Sinne des klassischen Überkopfwerfers) Surfcaster oder Distanzwerfer; mit spezialisiertem Werfen hat dies aber wenig zu tun.
Daher bezeichnen wir das Distanzwerfen auf der Wiese mit grundlegenden oder ausgefeilten Wurfstilen und Beachtung international einheitlicher Regeln fortan, wie in einigen Ländern wie Italien, fortan als “Technisches Werfen” als Abgrenzung gegenüber der gängigen Mode des Weitwerfens quasi ohne einheitliche Regeln, nur mit Richtlinien und immer modernerem Gerät und viel Kraft.

Wer auch gerne einmal den Unterschied von Weitwerfen und Technischem Werfen ausprobieren möchte wende sich gerne an uns; es ist erfolgreich, und es macht Spaß!

Werfen für den guten Zweck

vintsc

Wie wir berichtet haben fand Anfang März in Ipswich, England, ein Turnier der etwas besonderen Art statt, siehe hier: http://surfcasting-blog.de/?p=2229 ; nun wollten wir es aber nicht nur uns selbst gut gehen lassen (und die Resonanz ist so hoch, dass ein zweites durchaus denkbar ist!), auch wollten wir Gutes tun; Startgeld war darum von jedem Werfer ein klein wenig Geld, dazu ein kleiner Preis für eine Verlosung, aus der die Erlöse an das Somersham Ward in Ipswich, eine Klinik spezialisiert auf die Betreuung (final) krebskranker Patienten, gehen sollten. Und in der Tat erzielten wir gute 150 britische Pfund (etwa 180 Euro) Gewinn, die wir der Einrichtung übergeben konnten – nur eine Geste, aber eine, die offensichtlich gut ankam, bedankte sich doch das Haus vielmals für die Unterstützung und die Aufmerksamkeit, die der Arbeit dort zuteil wurde.

Ein schönes Gefühl, durch eine gemeinschaftliche Veranstaltung ‘nebenbei’ Gutes tun zu können, und vielleicht auch eine Anregung für andere Veranstalter (ja, die Idee ist nicht neu; u.a. Danny Hrubesch ist hierzulande beim Angeln ganz weit vorne, wenn es um solch Aktionen geht (danke Danny und alle, die so etwas bedenken und ermöglichen)), kostet es doch jeden einzelnen nur wenig, aber zusammen kann man viel erreichen.

Hier der Brief des Somersham Ward:

SKM_C284e19041110130

Alt, aber verdammt gut

53524776_2535353736538753_8933506038372499456_n

Es muss immer das modernste, neueste, stärkste und beste Gerät sein, sonst wird das nüscht… muss nicht sein, fanden vor einiger Zeit einige vornehmlich englische Werfer und kramten ihr altes Zeugs wieder raus, und siehe da, das hat auch heute noch seine Daseinsberechtigung. Daraus entstand schnell die Idee, mal ein komplettes Turnier mit solch altem Gerät zu machen, siehe auch hier: http://surfcasting-blog.de/?p=2202

53484821_10205898041246592_8203275179015536640_n

So reisten am 8. März auch ein paar Dänen und Deutsche nach Ipswich in  Ostengland, wo der Baltic Surfcasting Club zusammen mit Suffolk Sportscast zu diesem Event geladen hatte. Die Anreise war wegen des Sturms schon etwas abenteuerlich, aber wohlbehalten gelangte man ans Ziel, das Turnier konnte losgehen. Bis dato wusste noch niemand genau, wie viele denn nun genau mitmachen würden, aber viele hatten Interesse gezeigt.

Die Wiedersehensfreude war dann groß am Samstag, waren doch einige der Einladung gefolgt, darunter viele bekannte Gesichter. Ohne großes Vorreden ging es dann auch los. Hier gab es zwei Herangehensweisen: Einige warfen mit altem, seinerzeit berühmten Gerät wie Abu 484, Hardy Tourney, Edgar Sealey oder ähnlichen Ruten und passenden Rollen, die teilweise älter waren als die Werfer selber. Andere versuchten, im Rahmen der Regeln – Gerät von vor 1985 – das wettkampffähigste herauszusuchen und zu schauen, was möglich ist, und oh ja, da geht einiges! Etwa ab 1985 explodierte die Entwicklung, und es kam modernes, wettkampffähiges Gerät auf den Markt, das plötzlich Quantensprünge in den erzielten Weiten ermöglichte – Century Formula oder Tiger, Daiwa 6HM, Carroll-McManus…

53533205_10157134696034732_910315213125844992_o

Dazu kam prominenter Besuch: John Holden, selbst Legende des Sports, gab sich die Ehre und signierte auch gleich sein eigenes Buch als einen der ersten Preise.

53377773_10205898041766605_7286237092235968512_o

Abends dann kam es zum gemütlichen Beisammensein diverser Nationen mit diversen Getränken; essentieller Bestandteil solcher Events!

Am Sonntag dann war freies Werfen angesagt; hier zeigte sich, dass einige tatsächlich mit modernem Gerät nicht wesentlich weiter warfen als mit dem Vintage Tackle von Anno Dazumal; darüber sollten einige vielleicht mal ein klein wenig nachdenken…

Herausragend am Sonntag waren neben Würfen bis jenseits der 250 Meter vor allem Jake Mayhew und Katie Rannochan – Jake ist 13 Jahre alt, warf aber das Blei auf über 167 Meter, Katie, noch jünger, versucht sich am Backcast und schaffte 124 Meter – echt beeindruckend, und die Freude groß.

54409174_10157136687594732_7292541000419901440_o

An diesem Tag kam wieder prominenter Besuch auf die Wiese – einer davon zum ersten Mal im ganzen Jahrtausend: Paul Kerry, ehemaliger Weltmeister und Weltrekordhalter und bekannt durch seine Entwicklung von Ruten bei Daiwa; dazu Roger Mortimore, ebenfalls lange Jahre Mitglied der Weltmeistermannschaft Englands und für Interessierte am Sport nicht weniger legendär. So wurde auch so mancher Wurf ausgelassen, das Plaudern und Fachsimpeln geht manchmal einfach vor.

53458966_10157136482719732_5433823319583358976_o

Die Weiten waren an diesem Wochenende gut, wenn auch durchwachsen, ebenso wie das Wetter – mal fast frühlingshaft warm und konstant windig, dazwischen Regenschauer und kreiselnder Wind, aber das ist für alle gleich, und das Wichtigste: Alle hatten riesengroßen Spaß, selbst aus anderem Ausland kam viel Zuspruch, und einige andere Clubs in verschiedenen Ländern und auf verschiedenen Kontinenten planen jetzt ähnliches, und auch in Suffolk wurde schon gefragt, wann wir das mal wiederholen – das ehrt natürlich und spornt an.

Die Rückfahrt war dank Sturmes und Unfällen auf der Autobahn noch unangenehmer als die Hinfahrt, aber wir sind wohlbehalten und zufrieden und um Erfahrungen reicher zuhause angekommen; jetzt mal schauen, wo es uns als nächstes hintreibt (außer zum Länderkampf in Dänemark im Mai freilich).

Hier die Ergebnisse des Turniers:

53264561_10213422181925088_3933866683638218752_n 53843084_10213422182245096_3057542507412848640_n

Ein ganz besonderer Dank nochmal insbesondere an Steve Boyt aus Ipswich, der das Ganze erst möglich gemacht hat, und alle, die beigetragen haben durch Unterstützung vor, während und nach der Veranstaltung, Sponsoren, Paul Mayhew für seine Photos und so weiter – es war einfach toll!

 

 

 

FIPS-M-Weltmeisterschaft 2019 in Südafrika

wm2

Vom 9. bis 16. Februar fanden im Rahmen der Weltangelspiele 2019 in Südafrika die Weltmeisterschaft im Distanzwerfen statt.

Aus verschiedenen, hauptsächlich wohl finanziellen wie verbandspolitischen Gründen, nahmen nur wenige Nationen und nur wenige Topwerfer teil; immerhin waren starke italienische sowie südamerikanische Mannschaften dabei, und diese hatten schon in der Vergangenheit gezeigt, dass sie der Maßstab sind.

wm3

Zwar nahmen elf Mannschaften aus neun Nationen teil, aber viele der ganz großen Namen fehlten, sowohl in der Einzel- wie auch in der Nationenwertung, dafür waren dieses Mal auch Mannschaften dabei, die ansonsten nicht teilnehmen, aber Teams aus Großbritannien, Frankreich oder Griechenland fehlten ganz.

Mit dabei auch ein Team aus Deutschland, bestehend aus Jan Hinz (Kapitän), Christoph Fischer, Sören Schneidereit und Gerhard Dimmerling, sowie in der Damenkonkurrenz Melanie Schneidereit.

wm1

Wie erwartet waren die Italiener und einzelne Südamerikaner der Maßstab, und schon bei den 150 Gramm fiel der vorherige Weltrekord gleich zwei Mal und endete bei jenseits 281 Metern; auch bei den 125 Gramm fiel der Weltrekord, und viele Werfer, auch die meisten deutschen, warfen neue persönliche Bestweiten.
Dies hatte Danny Moeskops schon vorher vorausgesagt: Das Wurffeld liegt unweit Praetoria auf über 1600 Metern Höhe, der Luftdruck ist um gut 200 mbar niedriger als hierzulande, weite Würfe waren quasi vorprogrammiert.

wm1 wm3

In der Mannschaftswertung belegte das deutsche Team den 5. Platz; die beste Platzierung, die je eine deutsche Mannschaft erreicht hat, zwar auch mit dem Umstand geschuldet, dass viele Nationen nicht teilnahmen, aber dennoch eine starke Leistung.

Die Organisation der Weltmeisterschaft war vorbildlich; nicht nur die Unterbringung und die Eröffnungs- und Schlussveranstaltungen waren großartig organisiert und ein würdiger Rahmen für das Turnier, auch das Wurffeld und der Ablauf des Turniers setzte Maßstäbe, an denen sich folgende Weltmeisterschaften, die nächste 2020 in Deutschland, messen lassen müssen.

Oh, und das darf hier natürlich nicht vergessen werden:

Südafrika hat neben der Weltmeisterschaft einiges zu bieten; unglaubliche landschaftliche Seiten, eine tolle Angelei, Kultur, wie sie man im südlichen Teil des Kontinents nur selten findet, und…

wm4

 

 

Alt, aber nicht vergessen

miniprimo

Seit einiger Zeit haben einige englische und ein paar nichtenglische Werfer Spaß daran, mit Gerät zu werfen, mit dem unsere werferischen Vorfahren geworfen haben. Da lag die Idee nahe, ein Turnier zu organisieren, bei dem man solch gerne Gestrigen mal zusammenbringt.

Es ist uns Freude und Ehre, nun das erste Vintage Tackle Casting Event zu präsentieren: Am Wochenende 9./10. März 2019 organisieren wir dieses Turnier zusammen mit Suffolk Sportscast in Ipswich, England.

2019-01-18 19.55.46

Die Regeln sind denkbar einfach: Gerät von vor 1985, 0,40er Hauptschnur, und so weit werfen, wie man kann und das Gerät mitmacht.

Viele Werfer haben schon Interesse bekundet und einige zugesagt; kurz: es wird großartig!

Wer Interesse hat mitzumachen wende sich gerne an uns; und wer passendes Gerät dazu benötigt ebenso.

0c0ec5d9610fd0d70fb4dc1878de4cd9

Was will unsere Schlagschnur uns sagen?

13407119_1779299522305923_8956071937080966266_n-2

Obwohl es die einfachste, günstigste und auch beim Distanzwerfen gebräuchlichste Variante ist, hat sich ‘parallele’ Schlagschnur, also einfach dicke Schnur, hierzulande nur wenig durchgesetzt. Zu Unrecht, bietet sie doch nur wenige Nachteile, und wenn man sich erst einmal damit eingefuchst hat, ist es quasi erste Wahl.

Nachteile gibt es eigentlich wenige; viele führen den dicken Schlagschnurknoten an, aber der ist nur scheinbar ein Problem, mit einem ordentlichen Knoten bleibt dieser relativ klein, zudem stabiler bzw. zugkräftiger als kleinere Knoten in dünneren Schnüren, wie auch beim Verbinden von Hauptschnur und Taper Tips. Sicherlich ist er größer als letztgenannter und fängt damit bei viel Kraut im Wasser auch mehr davon ein, aber ein ‘verkrauteter’ Knoten passt so oder so selten durch den Spitzenring – da hilft nur, Montage (und ggf. Fisch) aus dem Wasser zu bekommen und dann zu pulen.

Nun allerdings haben einige, auch Turnierwerfer, Herausforderungen mit Schlagschnur, insbesondere bei den leichteren Bleien und 0,65er Schlagschnur.

47165957_2246164782062781_1750095703062872064_n

Wenn die Schlagschnur im Wurf reißt, gibt es dafür einige wenige potentielle Gründe:

  • Schlechte Schlagschnur
  • Riefen in den Rutenringen
  • Falscher Ringabstand bzw. Abstand vom ersten Ring zur Rolle
  • ein ‘abgehackter’ Wurfstil
  • eine schlechte Verbindung von Haupt- und Schlagschnur

Für die ersten beiden Probleme gibt es einfache Lösungen: zu a) nehme man hochwertige Schlagschnur und kontrolliere sie regelmäßig, weil sie gerade beim Angeln doch einigem Abrieb unterliegt und darum leicht beschädigt wird. Zu b) muss man nichts sagen – defekte Rutenringe müssen ausgetauscht werden, das kann jeder Rutenbauer (viele auch selbst daheim).

dave venables (Bild courtesy of Paul Mayhew)

Der Ringabstand gerade zwischen Rolle und dem untersten Ring kann entscheidenden Einfluss haben – wenn er zu klein ist, kostet das Wurfweite, ein zu großer Abstand aber kann gerade bei Seitenwind dafür sorfen, dass im Wurf die Schnur einen Bogen macht und sich die Schnur darum um einen der unteren Ringe wickelt – ein Abriss ist unvermeidbar. Eine vielleicht nicht ganz so hübsche, aber durchaus funktionelle Lösung ist, einfach einen weiteren Ring zwischen dem untersten und der Rolle anzutapen, um so einen besseren Abstand zwischen Rolle und Ring zu bekommen.

Den Wurfstil zu verbessern ist nicht ganz so einfach, aber das lohnt sich immer – weitere, konstante Würfe sind das Resultat, entsteht doch der Schnurbruch im Wurf, weil man das Blei z.B. durch Abknicken des oberen (meist rechten) Armes im Wurf aus der, wenn es gut läuft, harmonischen Kreisbahn reißt, was einen gewaltigen Druck auf die Schnur verursacht, sich aber leider deutlich negativ auf die Weite auswirkt.

steve boyt (Bild courtesy of Paul Mayhew)

Der letzte Grund ist nicht unbedingt Zeichen schlechter Knotentechnik, aber sehr dünne mit sehr dicker Schnur zu verbinden (auf der Turnierwiese bei 100 Gramm verbindet man 0,25mm- mit 0,65mm-Schnur) ist nicht einfach, die dünne Schnur rutscht gerne mal durch den Knoten. Da gibt es eine einfache, praktische und turnierlegale Lösung: Man knotet zwischen die 0,25er Haupt- und 0,65er Schlagschnur ein Stück (30cm bis 1m) etwas stärkere Schnur, z.B. 30er oder 35er – das kostet keine Wurfweite, macht aber die Verbindung von Haupt- zu Schlagschnur deutlich stabiler.