Stoppelcup 2020 – nicht weit, aber schön

Mittlerweile ist der Stoppelcup auf einem abgeernteten Feld in oder bei Ostermade eine Traditionsveranstaltung; darum wollte der Baltic Surfcasting Club es sich auch in diesem Jahr nicht nehmen lassen, sich zum gemeinsamen Werfen und Beisammensein zusammenzufinden. So trafen wir uns am 11. September, die meisten allerdings schon am Freitag davor, dem 10., um Burgerwagen und Getränken in der lokalen Bar zu frönen, am Samstag ging es dann morgens auf die Wiese – aufgrund der angedrohten Regenschauer entschieden wir uns, nicht auf das althergebrachte Feld der Träume (man wirft dort auf einer Anhöhe mit Blick aufs Wasser, und meist schafft man doch einige Meter mehr als auf normalen Wiesen) zu gehen, weil das bereits geeggt worden war und sicher zu viel viel Matsch an den Füßen geführt hätte, sondern auf ein noch stoppeliges Feld ganz in der Nähe bei Neukirchen.

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Leider mussten einige kurzfristig absagen, so dass wir nur sieben Werfer waren, aber das tat dem Spaß keinen Abbruch – ganz im Gegenteil, die meisten von uns hatten seit Ewigkeiten nicht mehr geworfen, auch das Gerät weder getunt noch überhaupt in der Hand gehalten, die Herausforderungen sorgten für einige Lacher.

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Das Wetter spielte beinahe mit; zwischendurch regnete es mal kurz und heftig, natürlich genau dann, als die meisten einen Wurf einkurbelten und sich nicht unterstellen konnten, aber es war warm und trocknete ja wieder. Der Wind war eher zu vernachlässigen, weit vorne auf dem Feld wehte er wohl ein wenig durch eine Schneise in den Bäumen, aber das brachte uns und unseren Weiten keinen rechten Vorteil.

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Die Regeln waren klar: freie Auswahl des Gewichtes bei natürlich Einhalten der Schnurstärken, der weiteste Wurf zählte. Am besten gelang dies Christoph Kuntze, der zwar auch ewig nicht mehr geworfen hat, aber sich offenbar erinnerte, wie es geht; gefolgt von Lothar Schulz, der in immer noch beeindruckender Form ist.

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Die Ergebnisse:

  1. Christoph Kuntze, 125 Gramm, 217,88m
  2. Lothar Schulz, 125 Gramm, 201,59m
  3. Dirk Christiansen, 125 Gramm, 196,00m
  4. Marco Runge, 125 Gramm, 163,05m
  5. Michael Kuhlmann, 150 Gramm, 160,82m
  6. Rainer Neumann, 125 Gramm, 153,28m
    Keine Würfe gemessen: Uwe Mehlhorn

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Damit hatte sich Christoph ganz deutlich den traditionellen ersten Preis, eine Flasche Stroh-Rum, verdient (und dazu Weizenbier, um auch etwas Trinkbares zu haben); die Siegerehrung machten wir abends bei Pizza und Getränken in der Bar, wo wir auch ein kleines Planungsgespräch hatten und neben einigen Ideen auch die Bar (mit dem eingängigen Namen The Bar) zum offiziellen Clubheim kürten – nu hat der BSC auch eine ständige Anlaufstelle mit Schlafmöglichkeiten und reichlich Getränken in stilvollem Rahmen.

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Schlussendlich, weil es dazu gehört:

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Länderkampf  2020 wird wohl nichts mehr; aber der ist wirklich nur aufgeschoben, nicht aufgehoben, also wird es halt Länderkampf 2021  – Details folgen, sobald wir mehr wissen.

Diskussion: Brauchen wir das Werfen noch?

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Vor 100, 50, auch vor 30 Jahren noch gab Gerät zum Brandungsangeln nicht ohne weiteres weite Würfe her; um dennoch mit schweren Bleien und großen Ködern auf Weite zu kommen musste das Gerät weiterentwickelt und vor allem eine solide Technik erlernt werden. Diese Technik erlernte man am besten auf der trockenen Wiese, und bei Kursen wie in den 1970er und 80er Jahren organisierten kamen dutzende, teilweise gar hunderte Angler zusammen, um zu lernen, wie man weiter wirft. Einige davon waren talentierter und motivierter als andere, steckten mehr Energie in das Werfen, und bei Vergleichswerfen warfen sie viel weiter als andere. Das sportliche Messen im Werfen, das Turnierwerfen, war geboren, und es war sinngemäß die sportliche Variante des Angelwerfens, ganz ähnlich wie die Formel 1 für das Autofahren, wie Terry Carroll, selbst lange Rekordhalter und vor allem Entwickler herausragender Wurfruten, mal verglich – und ähnlich wie bei der Formel 1 diente die Turnierwiese als Testzentrum für die Rutenentwicklung.

Dass gute Werfer nicht angeln können ist übrigens ein Mythos; viele der international erfolgreichen Angler haben durchaus viele, viele Stunden auf der Turnierwiese verbracht, um am Wasser potentiell weiter werfen zu können, und auch wenn viele bekannte deutsche Angler das gerne leugnen haben sie auch das Werfen oft und viel geübt und perfektioniert. Und auch bekannte Werfer waren durchaus erfolgreiche Angler, zum Beispiel Paul Kerry, jahrelang Weltrekordhalter und national wie international ein damals sehr erfolgreicher Angler.

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Wie es scheint, hat das Turnierwerfen heute nicht mehr allzu viel mit ‚realistischem‘ Angeln zu tun; schnelle dreiteilige Ruten, Stationärrollen und dünne Schnüre ermöglichen Wurfweiten, von denen man früher nur träumen konnte, und das sogar mit wenig Werferfahrung oder -Übung; die technische Entwicklung macht es möglich, denn war noch 1980 ein Wurf von 200 Metern auf der Turnierwiese eine große Leistung und 100 Meter in der Brandung nicht zu erreichen, erlauben moderne Ruten, Rollen und Schnüre heute problemlos Würfe von 200 Metern auf der Wiese und problemlos 100 Meter und mehr am Strand (und ja, jeder noch so ungeübte Angler mit teurem Gerät meint, er angelt auf 200 Meter Entfernung; vielleicht sollten einige doch mal auf eine Wiese gehen und messen…), mit Turniergerät fallen oft die 250 Meter, Weltrekorde liegen mittlerweile in den 280ern, über 290 wurden bei inoffiziellen Wettkämpfen bereits geworfen, die magischen 300 Meter sind wohl nur eine Frage der Zeit.

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Natürlich können dreiteilige Ruten mit dünnen Schnüren auf Stationärrollen an ihre Grenzen stoßen – wenn die Bedingungen wirklich hart sind, wenn sehr große Köder mit dicker Schnur sehr weit geworfen werden müssen, wenn sehr große Fische zu erwarten sind; alles an deutschen Küsten eher nicht zu erwarten. Verständlich also, wenn viele gar kein Interesse zeigen, einen echten Wurfstil zu erlernen, geschweige denn vielleicht den Umgang mit etwas anderem Gerät wie zum Beispiel Multirollen.

Es stellt sich also die Frage: Hat das Turnierwerfen noch eine Daseinsberechtigung? Hat es eine Zukunft?

Stoppelcup 2020 – wir trotzen Corona

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Nach langer coronabedingter Veranstaltungsabstinenz entschieden wir uns, am Datum der (coronabedingt) abgesagten Deutschen Meisterschaft des DMV, 5. September 2020, unseren alljährlichen Stoppelcup auf dem bekannten Feld bei Ostermade durchzuführen. Leider musste gut die Hälfte der Teilnehmer aus beruflichen oder privaten Gründen absagen, so dass wir uns nur mit fünf tapferen Recken trafen, aber das tat der Stimmung keinen Abbruch.

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Das Panorama mit Blick auf die Ostsee ist auf dem Feld herrlich; das Wetter anfangs auch, bis uns nach einer Weile ein Regenschauer heimsuchte, der sich gewaschen hatte – nicht nur wir waren durch, auch das Feld matschig, so dass die Schuhe immer schwerer wurden, und die Beine ebenso.

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Die gute Laune blieb freilich, und wir warfen mit Blei nach Wahl, freilich unter Einhaltung internationaler Schnurrichtlinien, um die Wette. Schon früh zeigte sich, dass Christoph geübt hatte, aber in Sicherheit wiegen konnte er sich nicht, bis sein ärgster Konkurrent leider los musste, um Touristen zu bespaßen; die Phase nutzte Christoph, um noch diverse Meter draufzulegen.

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Die Ergebnisse des Tages:

Christoph Kuntze 224m (175gr), 229m (125gr)
Dirk Christiansen 210m (125gr, OTG)
Marco Runge 160m (150gr, BC), 167m (125gr, BC)
Rainer Neumann 167m (125gr, OTG)
Uwe Mehlhorn 124m (125gr)

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Wir als Baltic Surfcasting Club haben das Glück, ein paar coole Unterstützer für Club und Länderkampf zu haben, so dass Christoph für seinen ersten Platz eine Veret Gloriosa Strong in Empfang nehmen kann; möge sie ihm helfen, noch weiter zu werfen!

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Abends dann versammelten wir uns im lokalen Klinthuus, um den Tag bei Bier (und Cognac und Ouzo) und deftigem Essen ausklingen zu lassen; der Abend war lang, die Nacht kurz, aber alle waren sich einig, dass das wieder eine rundum gelungene Sache war, die wir dringend wiederholen werden.

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Länderkampf 2020 verschoben!

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Aufgrund der Beschränkungen im Rahmen der Corona-Bekämpfung (u.a. öffnet Dänemark seine Grenzen nicht vor dem 10. Mai) wird der Länderkampf verschoben auf einen späteren Termin; voraussichtlich auf den Herbst, natürlich werden wir den Termin und aktualisierte Einladungen rechtzeitig bekannt geben.

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